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Übungsszenario: Massenkarambolage mit etlichen Verletzten

Die Meldung lautete „Verkehrsunfall mit einem Lkw und mehreren Pkw, Personen eingeklemmt und verletzt“. Bei dieser Durchsage kommt jede Einsatzkraft ins Schwitzen; Bilder schießen einem durch den Kopf und man macht sich bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle Gedanken zum möglichen Vorgehen. Vor Ort wird man immer wieder aufs Neue von der tatsächlichen Lage überrascht und der Gruppenführer des ersten Fahrzeugs muss sich in kürzester Zeit einen Überblick über die Lage verschaffen, das eigene Fahrzeug günstig positionieren, die Verunfallten versorgen, nachrückenden Kräfte informieren und ihnen Aufgabenfelder zuweisen und oft Schaulustige fernhalten. Das ist Stress pur, aber man muss einen kühlen Kopf bewahren. Bei der jüngsten Großübung, die freundlicherweise auf dem Gelände der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau durchgeführt werden durfte, sah die Lage wie folgt aus: ein Lkw war in ein Stauende gerast und hatte mehrere Fahrzeuge getroffen, zwei standen noch auf der Fahrbahn, waren jedoch stark deformiert, ein Pkw kam nach rechts von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Ein weiterer Pkw kam links von der Fahrbahn ab und war mit der Beifahrerseite gegen einen Baum geprallt. In den Fahrzeugen waren mehrere Personen eingeklemmt bzw. eingeschlossen und klagten über diverse Verletzungen und Schmerzen. Hierfür waren die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, welche die „Unfallopfer“ spielten, vorher vom Kreisfeuerwehrarzt entsprechend instruiert worden.
Nach und nach trafen weitere Fahrzeuge und Rettungskräfte ein und kümmerten sich in kleinen Teams um die verschiedenen Abschnitte der Einsatzstelle.
Neben der Freiwilligen Feuerwehr Dachau waren noch die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren Pellheim und Hebertshausen, sowie Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes und medizinisches Personal der Bereitschaftspolizei an der Übung beteiligt. Alle Einsatzkräfte arbeiteten Hand in Hand und die Personenrettungen erfolgten in enger Abstimmung zwischen Ärzten und Sanitätern sowie der Feuerwehr. Während der Übung meldete einer der Verletzten plötzlich, dass noch ein Fahrradfahrer an dem Unfall beteiligt war, woraufhin eine Suchaktion im weiteren Umfeld der Einsatzstelle erfolgte. Auch dieses Opfer wurde gefunden und versorgt.
Was in der Praxis leider immer häufiger vorkommt, sind Schaulustige und Gaffer, welche die Einsatzkräfte im besten Fall nur behindern, was schon nicht sein sollte. Im schlimmsten Fall werden sie sogar handgreiflich und verletzten die Einsatzkräfte. Spontan hatte sich eine Gruppe junger Polizistinnen und Polizisten der Ausbildungsabteilung bereit erklärt, diesen Part zu übernehmen und erschwerten den Einsatzkräfte gerade in der frühen Phase der Einsatzübung die Arbeit ganz gehörig. Sie mimten die Gaffer äußerst realistisch und ließen sich nicht so leicht von ihrem Treiben abbringen. Das war ein sehr guter Lerneffekt.
Nach einer Stunde wurde die Übung beendet und an den einzelnen Stationen die Rettungsmaßnahmen besprochen. Hier gibt es kein richtig oder falsch, sondern nur „wie hätte man es auch anders machen können und worauf sollte man noch achten“.
Am Ende dankten die Einsatzleiter von Feuerwehr und Rettungsdienst den insgesamt 63 Kräften der Feuerwehren, 13 BRK´lern und 2 Polizeiärzte und 2 Polizeisanitäter, sowie den Mimen der Unfallopfer und Gaffer als auch den Organisatoren für die gelungene Übung. Es freute die Verantwortlichen sehr, dass sich trotz der enormen Hitze so viele Ehrenamtliche die Zeit dafür genommen haben. Anschließend gab es für alle Beteiligten noch eine Stärkung in Dachauer Gerätehaus.
Ein großes Dankeschön geht nochmals an die Bayer. Bereitschaftspolizei für die Möglichkeit auf ihrem Gelände üben zu dürfen und für die sehr gute Zusammenarbeit bei der Übungsorganisation.
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Veröffentlicht am 03.08.2019