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Überschwemmung Schleißheimer Straße

Schleissheimer-Unterführung und Friedenstrasse unter Wasser

Bei Bauarbeiten an der ICE-Baustelle in Dachau ist das Bachufer des Schleissheimer-Kanals im Bereich der Bahnunterführung gebrochen. Das Wasser ergoss sich in sekundenschnelle in die Unterführung und die angrenzende Friedenstraße. Ein zum Zeitpunkt des Unfalles in der Unterführung wartender PKW wurde vollkommen überschwemmt. Die Insassen konnten sich retten.

Die gegen 10.12 Uhr alarmierte Freiwillige Feuerwehr Dachau arbeitete zusammen mit dem Technischen Hilfswerk Dachau, den Stadtwerken Dachau und den an der ICE-Baustelle beschäftigten Firmen bis 16.30 Uhr an der Wiederherstellung der Fahrbahn und Abdichtung des Dammbruches.
Wie Konrad Tonhauser, Einsatzleiter und Kommandant der Dachauer Feuerwehr, mitteilt, bestand anfangs die Gefahr, dass die Wassermassen auch noch unter Strom stehen. Einige Verteilerkästen und die Baustromversorgung standen bis zu 60 cm unter Wasser. Die Stadtwerke Dachau reagierten schnell und sicherten so einen gefahrlosen Einsatz.

Die riesigen Wassermassen waren anfangs mit Pumpen nicht in den Griff zu bekommen. Um zu verhindern, dass das Wasser in die Keller und Tiefgaragen im Bereich der Friedenstraße eindringt wurde schnellstmöglich eine Ableitung gefunden werden. Wie Ludwig Holze, Pressesprecher der Dachauer Wehr, mitteilt, wurde in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen unverzüglich ein Bagger zum gefährdeten Bereich geordert, der dann einen Abfluss durch öffnen des Fußweges und entfernen der Randsteine in ein durch die Baustelle gegebenes "Auffangbecken" ermöglichte. Dieses Auffangbecken hätte allerdings nicht lange gehalten, wenn nicht parallel der Zufluss vom Schleissheimer-Kanal minimiert worden wäre.
Die Stadtwerke Dachau schlossen ein im Bereich der Scheierlmühle vorhandenes Wehr und konnten somit den Ursachenbach auf ein Niveau von 20 cm reduzieren. Die Maßnahme zeigte Wirkung und die Lage entspannte sich. Gleichzeitig wurden die entsprechend starken Pumpen des Technischen Hilfswerks zum Einsatz gebracht, damit die riesige Badewanne "Schleissheimer-Unterführung" geleert werden konnte.
Während der Einsatzzeit wurde für ca. 1 Stunde die Bahnstrecke München-Ingolstadt gesperrt. Ursache für die Sperrung war ein in der Baustelle befindlicher Baukran, der durch die Wasserunterspülung umzustürzen drohte. Nachdem der Kranausleger über die Bahngleise reichte und zunächst Bedienpersonal der Kranfirma nicht zur Verfügung stand, wurde aus Sicherheitsgründen die Bahn verständigt. Die Bahnstrecke wurde gesperrt und stromlos geschaltet. Der zuständige Notfallmanager der Deutschen Bundesbahn war nach ca. 20 Minuten vor Ort. Der Kran konnte gesichert und aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass durch die gut funktionierende Zusammenarbeit von Feuerwehr, THW, Stadtwerke Dachau und nicht zuletzt auch der beteiligten Baufirmen ein größerer Schaden verhindert werden konnte. Dass während der gesamten Einsatzdauer ein Verkehrschaos in Dachau und hier insbesondere in der Erich-Ollenhauer-Straße herrschte, konnte leider nicht vermieden werden.





Veröffentlicht am 24.01.2003