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Heiße Übung im Container

Fast wie Astronauten sehen sie aus, die fünf Gestalten, die in dicke Hosen und Jacken eingepackt sind und mit Helm, Maske und Atemschutz ausgerüstet vor einem Container stehen. „Jetzt gehen wir rein“ kommt der Befehl.
Nachdem die Tür zum Container geschlossen wurde, sitzt man in völliger Dunkelheit. Man sieht die Hand vor den Augen nicht. Die Temperatur in Bodennähe beträgt etwa 50 Grad C°. Beim Atmen hört man aufgrund der Schutzmasken ein zischendes Geräusch. „Klingt wie Darth Vader von STAR WARS“ schießt es einem durch den Kopf; jetzt fehlt nur noch der Spruch „Luke, ich bin Dein Vater“.

Man rutscht mit einem Fuß voraus durch die Dunkelheit, tastet mit den Händen durch die Luft, um nicht mit dem Kopf gegen Hindernisse zu stoßen. Der Weg führt nach oben, dort ist es merklich heißer, nach etwa 15 Metern und zwei Kurven geht es wieder nach unten. Jetzt kniet man, laut Aussage eines ebenfalls anwesenden Ausbilders, vor einer Tür. Die Tür ist jedoch nicht zu sehen, lediglich die Klinke kann man ertastet. „Jetzt der Hitzecheck“ so eine kurze Anweisung des Ausbilders. Mit dem Handrücken fährt man langsam von unten nach oben über das Türblatt. Die Tür ist kalt, also öffnen und mit einem Fuß voraus hindurch. Hier drinnen befindet sich eine Person, die gefunden werden muss. Die Teilnehmer rutschen hintereinander über den Boden, tauschen sich laufend über ertastete Gegenstände aus, bis irgendwann ein „Körper“ gefunden wurde. Übungsziel erreicht! Also weiter zum nächsten Container.
„Erst wieder der Hitzecheck“ so die erneute Anweisung des Ausbilders. Die Tür ist heiß, dahinter muss es brennen; vorsichtig wird die Tür geöffnet, die Männer kriechen ein wenig nach vorne und sehen dann auf der linken Seite die Flammen an Wand und Decke entlang züngeln. Plötzlich wird die Hitze enorm, automatisch duckt sich jeder noch tiefer und liegt schließlich flach auf dem Boden. „Ihr könnt alles machen, nur nicht aufstehen!“ warnt der Ausbilder. Die Temperaturen in eineinhalb Meter Höhe betragen 150 bis 200 °C. Nach wenigen Sekunden spürt man selbst durch den dicken Feuerwehrschutzanzug, dass der Boden ebenfalls sehr heiß ist. Jeder wechselt seine Sitz- bzw. Liegepositionen in kurzen Abständen, um Brandwunden zu vermeiden. Die Körpertemperaturen werden hier auf etwa 39 °C angehoben.
Nach einigen Minuten der „Wärmegewöhnung“ wird der Rückweg durch die anderen Container angetreten. Es folgt eine kurze Regenerationspause im ersten Container, anschließend gehen alle nochmals in den Brandcontainer, wo die richtige und falsche Löschtechnik demonstriert wird.

Nach über 30 Minuten „entkommt“ man der Hitze in den Containern und kann die aufgeheizte Ausrüstung ablegen. Es folgt ein Erfahrungsaustausch mit den Ausbildern und ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Dann wird die Schutzkleidung erneut angelegt und der Brandcontainer für eine weitere Löschübung, die zuvor im Freien geübt wurde, betreten. Ziel des Trainings war es, sich an das Arbeiten in sehr heißen, brennenden Räumen zu gewöhnen, denn nur wenn solche Handgriffe automatisiert erfolgen, reagieren die Einsatzkräfte im Ernstfall richtig.
Am Ende des Tages waren die 10 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Dachau ziemlich erschöpft, aber um eine Erfahrung reicher, weil jeder bewusst an seine Leistungsgrenzen geführt wurde. Alle waren sich einig, dass dieses Training sehr realistisch war und hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.
Das Training wurde bei der Firma FeuReX in Oberhausen bei Neuburg a.d. Donau durchgeführt.






Veröffentlicht am 05.10.2009